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Besuchsverbot für Maryam Akbari-Monfared

Der inhaftierten Oppositionellen Maryam Akbari-Monfared wurde auf unbestimmte Zeit das Recht entzogen, Besuch zu empfangen. Das teilte die iranische Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Die Strafmaßnahme ist eine Reaktion auf einen Brief der Gefangenen, in dem sie fordert, die Hintergründe der Hinrichtungen ihrer vier Geschwister während der Massenhinrichtungen im Iran in den Achtzigerjahren aufzuklären. Damals wurden drei Brüder und eine Schwester Akbari-Monfareds exekutiert, obwohl keine Todesstrafe gegen sie verhängt war. In ihrem Schreiben beruft sich Akbari-Monfared auf kürzlich veröffentlichte Tonbandaufnahmen mit Aussagen Hossein Ali Montazeris vom 15. August 1988. Damals hatte der Großayatollah bei einem Treffen mit Vertretern der iranischen Justiz gesagt: „Ihr seid für das größte Verbrechen der islamischen Republik Iran verantwortlich und werdet als Bösewichte in die Geschichte eingehen.“

Im Sommer 1988 hatte der damalige iranische Revolutionsführer Ayatollah Ruhollah Khomeini eine Kommission ernannt, die laut Amnesty International innerhalb von zwei Monaten über die Schicksale von 4.482 politischen Gefangenen entschied. Unter den damals Hingerichteten befanden sich auch solche, die ihre Haftstrafen bereits abgesessen hatten. Nach Zeugenaussagen dauerten Gerichtsverhandlungen oft nur wenige Minuten, die Fragen der Kommission hätten sich ausschließlich darum gedreht, ob der Gefangene für oder gegen das islamische Regime war.

Akbari-Monfared wurde im Februar 2010 während der oppositionellen Grünen Bewegung in Teheran festgenommen und wegen „Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit“ zu 15 Jahren Haft verurteilt.

(fh)