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Kritik an Ausbürgerung von bahrainischem Ayatollah

250 der 290 Abgeordneten des iranischen Parlaments haben am Dienstag die Ausbürgerung des schiitischen Geistlichen Sheikh Isa Qassem durch den Golfstaat Bahrain verurteilt. Mit dieser Maßnahme verletze Bahrain die Menschenrechte und die Werte der Vereinten Nationen, erklärten die Parlamentarier Nachrichtenagenturen zufolge.

Am Montag hatte das bahrainische Innenministerium mitgeteilt, es haben dem höchsten schiitischen Geistlichen des Inselstaats die Staatsbürgerschaft entzogen. Das Königreich wirft dem Ayatollah vor, „extremistisches Klima“ zu verbreiten.

Am Dienstag warnte auch General Ghasem Soleymani, Kommandant der Al-Quds-Einheit, einer Spezialeinheit der iranischen Revolutionsgarde für ausländische Einsätze, vor einem „Flächenbrand“ in der Region. Bahrains Regierung wisse sicherlich, dass die Aggression gegen Ayatollah Qassem eine rote Linie überschreite und die gesamte Region in Brand setzen könne, sagte er.

Sheikh Qassem hat einflussreiche Kontakte im Iran. Bis vor 15 Jahren hat er an der größten Theologieschule des Iran Hozeh Elmiyeh in der Stadt Ghom unterrichtet und den wichtigsten schiitischen Titel Ayatollah erlangt. Der 79-Jährige gilt als geistlicher Führer der Wifaq-Gesellschaft, der größten Oppositionsgruppe in Bahrain. Qassem hatte unter anderem während der Aufstände 2011 das gewaltsame Vorgehen von Sicherheitskräften gegen schiitische Demonstranten kritisiert. Seither kommt es immer wieder zu Unruhen. Vor allem schiitische Jugendliche fühlen sich durch den sunnitischen Herrscher diskriminiert und protestieren gegen die Machthaber.

(fh)