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IRIB-Intendant zurückgetreten

Das iranische Staatsoberhaupt Ayatollah Seyyed Ali Khamenei hat den Rücktritt von Mohammad Sarafraz, Intendant des staatlichen iranischen Rundfunks IRIB, angenommen. Das meldeten iranische Nachrichtenagenturen am Mittwoch. Eine offizielle Erklärung für den Rücktritt wurde nicht bekannt. Allerdings wurde bereits seit Februar über eine mögliche Amtsniederlegung Sarafraz‘ spekuliert.  Unter anderem sollen Auseinandersetzungen zwischen Regierung und Senderleitung über das Atomabkommen zu der Entscheidung geführt haben.

Sarafraz war seit über zwanzig Jahren beim IRIB beschäftigt und erst vor 18 Monaten zum Intendanten ernannt worden. Bereits am Mittwoch ernannte Ayatollah Khamenei Abdolali Ali-Askari offiziell zum neuen Intendanten. Ali-Askari, auch bekannt als „Vater des digitalen Fernsehen“, war jahrelang technischer Leiter des IRIB und hat die Fernsehprogramme vom analogen auf das digitale System umgestellt.

Laut Paragraf 175 des iranischen Grundgesetzes obliegen Ernennung und Absetzung des Intendanten des staatlichen Radios und Fernsehens dem geistlichen Oberhaupts des Staates. Für den Posten ist eine Amtszeit von fünf Jahren vorgesehen. Diese kann allerdings unbegrenzt verlängert werden. Die Arbeit des Intendanten wird von einem sechsköpfigen Rat, bestehend aus je zwei Mitgliedern der Regierung, des Parlaments und der Justiz, kontrolliert. Die Ratsmitglieder sind verpflichtet, ihre Berichte dem Staatsoberhaupt vorzulegen.

Im Iran gibt es keine privaten Radio- und Fernsehsender. Der IRIB sendet mehr als 20 Radio- und 16 Fernsehprogramme, die im Iran zu empfangen sind, zudem 16 regionale TV-Programme. Außerdem hat der Sender zehn zum Teil fremdsprachige TV-Programme, die über Satellit ins Ausland gesendet werden.