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Air France-Stewardessen gegen Kopftuchzwang

Die französische Fluggesellschaft Air France will weibliches Personal künftig nur noch freiwillig auf Flügen nach Teheran einsetzen. Das berichten persischsprachige Nachrichtenportale. Demnach soll Stewardessen und Pilotinnen, die beim Verlassen der Maschine im Iran kein Kopftuch tragen möchten, die Wahl überlassen werden, ob sie die Strecke fliegen wollen. Sie würden sonst für andere Flüge eingeteilt, sagte Air France-Personalchef Gilles Gateau.

Die Unternehmensleitung hatte die Mitarbeiter nach Gewerkschaftsangaben in einem internen Schreiben darüber informiert, dass weibliches Kabinenpersonal auf Flügen nach Teheran Hosen und eine locker sitzende Jacke tragen und beim Verlassen des Flugzeugs das Haar mit einem Tuch bedecken muss. Daraufhin hatten einige Flugbegleiterinnen gegen eine Kopftuchpflicht protestiert.

Die Kopftuchvorschrift gilt auch für andere Länder, etwa Saudi-Arabien. Die Gewerkschaften fordern, dass die Zusammensetzung der Crew auf freiwilliger Basis erfolgen müsse und Flugbegleiterinnen, die wegen der Kopftuchvorschrift nicht in den Iran fliegen wollen, keine Gehaltsabzüge bekommen. Auch dürfe die Weigerung nicht in der Personalakte notiert werden. Sie verweisen dabei auf frühere Ausnahmeregelungen, die während der Ebola-Krise für Flüge nach Conakry in Guinea sowie 2011 nach der Atomkatastrophe von Fukushima für Flüge nach Tokio galten.

Air France hatte seine Flüge in den Iran 2008 ausgesetzt und nimmt sie am 17. April wieder auf, nachdem die westlichen Sanktionen gegen das Land aufgehoben wurden.

(fh)