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Fashionshowfotos sorgen für Ärger

Nach der jährlichen Modenschau der Studentinnen der privaten Alzahra-Hochschule für Frauen in Teheran gibt es Ärger um in sozialen Netzwerken veröffentlichten Fotos. „Es durfte bei der Modenschau offiziell nicht fotografiert werden“, sagte die Dekanin der Universität, Ansieh Khazali, der Nachrichtenagentur MEHR am Mittwoch. Offenbar seien jedoch Handyfotos von einigen der Modedesignstudentinnen und ihrer Modelle gemacht worden. Damit sei gegen die Hausregeln verstoßen worden und es werde Ermittlungen geben, so Khazali.

Jedes Jahr präsentieren die Modedesignstudentinnen der Privatuni ihre Kollektionen auf einer Modenschau. In den vergangenen Tagen waren auf sozialen Netzwerken Fotos von der diesjährigen Präsentation zu sehen. Sie zeigen junge Frauen, die modisch angezogen, deren Haar aber vorschriftsmäßig bedeckt ist. Die konservative Zeitung Keyhan hatte die Universität daraufhin scharf kritisiert. Sie schrieb, der „Karneval gegen die islamische Kultur“ habe nun die Alzahra-Hochschule erreicht. In dem Beitrag wird die Uni aufgefordert, „mit aller Härte“ gegen die Verbreitung der „unmoralischen Fotos“ vorzugehen.

Seit der Revolution vor 37 Jahren gelten in der iranischen Öffentlichkeit für Frauen Kopftuchzwang und strenge Bekleidungsvorschriften nach dem islamischem Recht, der sogenannte „Hejab“. Viele junge Iranerinnen legen dennoch großen Wert auf internationale Fashiontrends. Dabei droht ihnen die Gefahr, auf der Straße von der Sittenpolizei wegen „freizügiger Bekleidung“ festgenommen zu werden. Inzwischen trauen sich immer mehr iranische Modedesignerinnen, eigene Kollektionen zu entwerfen. Manche schaffen es damit auf die großen internationalen Fashionshows.

(fh)