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Religiöse Gedenkfeier als Machtdemonstration

Besonders prunkvoll zelebriert die Regierung des Iran dieses Jahr den Trauerfeiertag Arbain. Auch der Irak erfährt einen Ansturm der Schiiten aus mehreren Ländern zu dem Schrein des Imam Hussein, dem die Feierlichkeiten gelten.

In der für Schiiten heiligen Stadt Kerbela, 80 Kilometer südlich der irakischen Hauptstadt Bagdad, sollen anlässlich des Trauertags bereits mehr als 17 Millionen schiitische Gläubige eingetroffen sein, berichteten iranische Nachrichtenagenturen am Samstag. Viele von ihnen haben die Strecke zwischen der Stadt Nadjaf und dem Schrein von Imam Hussein in Kerbela, etwa 80 Kilometer, zu Fuß zurückgelegt.

Mit etwa 1,3 Millionen sind die IranerInnen die größte Gruppe unter den vier Millionen aus dem Ausland angereisten PilgerInnen. Der Ansturm der gläubigen IranerInnen nach Kerbela sei so groß gewesen, dass zahlreiche PilgerInnen an der Grenze zurückgeschickt worden seien, so die Agenturen.

Die Wallfahrt nach Kerbela sei zum größten Teil von den staatlichen Institutionen gefördert und organsiert worden, so die Meinung viele Regimekritiker.

Imam Hussein fiel im Jahr 680 in der Schlacht von Kerbela. Für Schiiten ist der Enkel des Propheten Mohammed ein Märtyrer. Deshalb bekommt er von den Gläubigen mehr Beachtung als andere Imame. Das Arbain-Fest findet jährlich 40 Tage nach Husseins Tod statt. Am Samstag fanden überall im Land mehr Zeremonien und Trauermärsche statt als in den Jahren zuvor. Politische Beobachter sehen die besondere Hervorhebung von Arbain in diesem Jahr als eine Machtdemonstration der Islamischen Republik Iran an.

Nach offiziellen Angaben bekennen sich 98 Prozent der IranerInnen zum Islam – etwa 89 Prozent sind Schiiten, 9 Prozent Sunniten. Im Iran gibt es außerdem Baha’i, Christen, Juden und Zoroastrier, zudem soll es auch einige Tausend Mandäer geben. (fp)