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Hilfe für ein Kinderleben in Würde

Zahlreiche IranerInnen in der Diaspora unterstützten gemeinnützige Projekte im Iran. Besondere Beliebtheit genießen soziale Einrichtungen. Aktuelles Beispiel: Eine Auktion im bayerischen Markt Peiting zugunsten eines Kinderheims in der zentraliranischen Stadt Kashan, die am 3. November stattfand. Interview mit der Initiatorin Susann Tabatabai-Schweizer. mehr »

Ich habe den Eindruck, dass die Kinder ein liebevolles Zuhause mit viel Struktur und trotzdem Raum für Spiel und kindliche Freude erhalten. Die Mitarbeiter betreuen die Kinder mit viel Engagement, selbst die Leiterin, Frau Akhavan, verbringt einige Monate im Jahr in der Institution und kümmert sich mit viel Liebe auch persönlich um die Kinder. All dies sind wichtige Faktoren für eine stabile und ausgeglichene psychische Gesundheit, um den Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.

Sie haben mehrere ähnliche Auktionen für Kinder in Deutschland, Haiti und Nepal veranstaltet. Gab es einen prägnanten Unterschied zwischen diesen Auktionen und der für iranische Kinder?

Ich muss gestehen, dass es für mich sehr wichtig war, das Projekt persönlich kennengelernt zu haben und auch von der Arbeit der Stiftung überzeugt zu sein. Ich war selber noch wesentlich engagierter als sonst und habe damit sicherlich alle Beteiligten noch mehr überzeugen können.

Fühlen Sie sich als Iranerin?

Als Tochter eines iranischen Vaters und einer deutschen Mutter hat mich diese Frage schon immer sehr beschäftigt. Als junger Mensch empfand ich die Situation oft als seltsam, verwirrend. Als säße ich zwischen den Stühlen. Ich fühlte mich weder als richtige Iranerin noch als richtige Deutsche. Je älter ich werde, desto mehr sehe ich das aber als Privileg: Ich fühle mich eigentlich beiden Kulturen verbunden und schätze ihre Besonderheiten. Mir gefällt das Wort Brücken-Nationalität.

Über die genauen Zahl der Drogenabhängige Kinder sind sich iranische Behörden nicht einig

Drogensucht ist unter den iranischen Straßenkindern verbreitet – Foto: isna.ir

War Ihnen bei früheren Reisen das Problem der Straßenkinder im Iran bereits aufgefallen?

Ich reise mittlerweile fast jährlich in meine Heimat; selbstverständlich fällt mir die wachsende Problematik stark auf und berührt mich sehr. Ich bin froh, einen guten Weg gefunden zu haben, auf direktem Weg und ohne Verwaltungskosten zu helfen. Es ist ein schönes Gefühl, etwas für die Kinder unserer wunderbaren Heimat tun zu können, um ihnen unsere Verbundenheit und Solidarität zu zeigen.

Nach Angaben iranischer Experten und Medien haben etwa 24 Prozent der IranerInnen „psychische Probleme“. Wollen Sie nicht in diesem Bereich im Iran aktiv werden?

Momentan bin ich beruflich und familiär noch stark hier in Deutschland eingebunden, würde es aber in Zukunft gerne tun. Ein Wunsch wäre, mit meiner älteren Schwester, die Diplom-Psychologin ist und im Iran lebt, gemeinsam zu arbeiten.

Wollen Sie sich auch weiterhin für hilfebedürftige Kinder im Iran einsetzen?

Auf jeden Fall! Und ich freue mich, dass sich bereits zwei meiner ehemaligen Mitschülerinnern aus der Deutschen Schule Teheran angeschlossen haben und bereits Auktionen in Hamburg und München planen.

Und was wollen Sie selber als nächstes tun?

Ich denke, dass ich sehr gerne wieder eine Benefiz-Ausstellung für Negin organisieren werde – ein Angebot besteht bereits von einer wunderbaren iranischen Künstlerin: Newsha Djavadipour, die Tochter des bekannten iranischen Malers Mahmoud Djavadipour.♦

Interview: Farhad Payar

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