Bilder aus dem Iran

Das Fest der Mandäer

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Am 18. Mai feierten die Mandäer im Südwesten des Iran die Geburt von Johannes dem Täufer. Die Zeremonie wurde wegen der Corona-Einschränkungen nur von Priestern und ohne Gläubige durchgeführt. Die Mandäer sind Angehörige einer monotheistischen Religion mit weltweit etwa 100.000 Anhänger*innen. Ursprünglich waren sie im irakischen Zweistromland angesiedelt, heute leben sie zerstreut in der ganzen Welt. Der synkretistische Glaube der Mandäer enthält Elemente des Zoroastrismus, des Judentums und des Christentums sowie der Gnostik. Ein Grundsakrament der Mandäer ist die Erlösung durch wiederholte Taufe, die jeden Sonntag und zu besonderen Anlässen wie Hochzeit oder Tod in fließendem Wasser stattfinden soll. Die Zugehörigkeit zur mandäischen Religionsgemeinschaft ist ethnisch begründet, Konvertierte werden nicht aufgenommen. Die Muslime erkennen die Mandäer als Anhänger*innen einer Buchreligion an und bieten ihnen Schutz. In den vergangenen Jahren wurden sie jedoch von radikalen Islamisten im Irak und in Syrien stark unter Druck gesetzt, so dass viele von ihnen flüchten mussten. Heute leben im Irak noch etwa 5.000 Mandäer. Circa 15.000 sind nach Europa immigriert, davon leben etwa 2.200 in Deutschland, hauptsächlich in Bayern. Im Iran soll ihre Zahl nach unterschiedlichen Quellen zwischen 7.000 und 20.000 Gläubigen betragen.